Der Trauer Raum geben dürfen

Der Trauer Raum geben dürfen

Ob durch Tod oder Trennung – wenn wir einen Menschen verlieren, dann trauern wir. Meistens sind wir nicht allein damit, was erst einmal gut ist. Doch es kann schwer werden, wenn die Menschen um uns herum eine Vorstellung davon haben, wie lange, wie intensiv und auf welche Art Trauer „richtig“ oder „normal“ ist. Im Hamburg Leuchtfeuer Lotsenhaus nahm ich an einem Informationstag für die Fortbildung zur Trauerbegleitung teil – und lernte dort unter anderem, dass die Phasen des Trauerns zum Beispiel als überholt gelten – Trauer wird inzwischen als ein dynamischer Prozess begriffen, der außerdem hochindividuell ist, denn jeder Mensch trauert auf seine Weise.

Psychologische Beratung

Psychologische Beratung

„Es ist mir etwas unangenehm“, „Ich komme mir albern vor“, „Keiner aus meinem Freundeskreis weiß, dass ich zur Beratung gehe“, „Ich weiß gar nicht, ob ich mit meinem Problem hier richtig bin, ob es ’schlimm‘ genug ist“. Häufig äußern meine Klienten im Erstgespräch zur Psychologischen Beratung die Sorge, ob Ihr Problem „ausreicht“, um sich beraten zu lassen, sie kämen sich vor, als würden sie jemandem den Platz wegnehmen, der es „dringender braucht“ als sie selbst.
Und immer sitzt dabei ein Mensch vor mir, bei dem der persönliche Leidensdruck so hoch ist, dass er den Weg zu mir gefunden hat. Bei dem es einen Moment gab, in dem er beschlossen hat „Ich schaffe das nicht alleine, ich brauche einen Blick von Außen, ich suche mir Unterstützung.“ Und das ist gut! Denn wir laufen nicht alle immer geradeaus im Leben. Einige von uns stolpern auch mal, wir fallen hin, manchmal bleiben wir kurz liegen und stehen dann wieder auf. Und manchmal fehlt uns die Kraft, der Mut und vor allem die Perspektive, um wieder aufzustehen und weiter zu gehen – vielleicht sogar einen ganz anderen Weg zu beschreiten. Denn die Aussicht darauf ist am Boden liegend schwer zu erkennen.

Burn Out – aber bitte nur werktags

 

Chronischer Stress am Arbeitsplatz, der Erschöpfung hervorruft, die Leistungskraft verringert und eine negative Einstellung zum Job mit sich bringt – so lautet unter anderem die Definition der WHO, die erstmalig Burn Out als Krankheit anerkannt und in das ICD 11 aufgenommen hat.
Alles, was privater Natur ist, fällt laut WHO nicht darunter. Dabei sind im Privaten die Fälle von chronischem Stress, permanenter Informationsüberreizung, ständigem Druck von allen Seiten und die Belastung der andauernden Verfügbarkeit nur ein paar der Faktoren, die auch dort zu einem Burn Out führen können.
Ein wirklich guter Schritt der WHO – doch leider nur mit einem Fuß.

Perfektionismus und Glaubenssätze

Perfektionismus und Glaubenssätze

Dieser Schneemann ist übrigens das Werk unserer Nachbarskinder. Mit dem bisschen Schnee, was da war, wurde er erbaut – nicht perfekt, aber großartig! Copyright: Julia Schröder-Göritz

Heute war der letzte Anmeldetag für das Gymnasium, auf das unsere Tochter gehen möchte. Einige Schulen haben wir uns angeguckt – es kamen Gymnasien oder Stadtteilschulen in Frage, wir waren auch bei der Waldorfschule eine Ecke weiter, um zu gucken – womit fühlt sie sich wohl, wo könnte der richtige Platz für sie sein? Nach den gängigen „Tagen der offenen Tür“, einem Abwägen zwischen Druck, Freizeit, 12 oder 13 Jahren, stand die Wahl fest – es soll nun die Schule im Stadtteil sein, das Gymnasium um die Ecke. Wie schön, da sich die Lütte freut, wie schön – die Fahrtwege sind überschaubar.

Über Mut und Sinnfindung

Für das Interview bitte auf das Bild klicken.

Die Woche ist gerade angebrochen – ein Montag, ein Start, ein Beginn von … ja, wovon? Wann haben Sie das letzte Mal etwas Neues gewagt, sind Ihrem Traum gefolgt, haben eine Ziel entwickelt? Und wie hat sich das angefühlt, wie haben SIE sich gefühlt?

Neues zu wagen kostet uns mitunter viel Mut – und oft blockiert uns die Angst, dass etwas nicht klappen könnte. Doch mutig zu sein bedeutet nicht, dass man keine Angst hat. Mutig zu sein bedeutet, etwas zu wagen, obwohl man Angst hat. Ängste zu akzeptieren, sie genau zu betrachten – woher kommen sie und was könnte wirklich schlimmstenfalls passieren? Und diese Ängste können wir dann an einen Platz verweisen, an dem sie zwar existieren dürfen, aber nicht mehr das Kommando für unser Tun übernehmen.

Elisabeth Lukas – Vom Sinn getragen

 

Vom Sinn getragen von Elisabeth Lukas

Prof. Dr. Elisabeth Lukas ist die bedeutendste Schülerin und Nachfolgerin von Viktor Frankl, dem Begründer der „Logotherapie und Existenzanalyse“, auch die „Dritte Wiener Schule“ der Psychotherapie genannt.

Diese Form der Psychotherapie geht über die reine Psyche des Menschen hinaus, sie spricht das Geistige an, sie geht davon aus, dass die Sinnfindung im Leben eines jeden Menschen eine zentrale Rolle spielt – und die Lebensgeschichte von Elisabeth Lukas ist Motivation und Antrieb für jeden, der sich gerade bewegungslos fühlt und nicht weiß, wie es weitergehen soll.

Empathie

Empathie

„Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist, den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn dies geschieht, entsteht Kontakt“ – Virginia Satir

Wenn eine neue Klientin oder ein neuer Klient in meine Praxis kommt, ist die erste Frage: Mit was für Problemen kommt sie oder er zu mir? Auffallend oft ist es so, dass alleine das aufmerksame Zuhören und das „Nicht bewerten“ eine neue Erfahrung für den Menschen ist, der vor mir sitzt. Das sollte selbstverständlich sein, denn häufig kostet es viel Mut und Überwindung, sich mit seinem Problem einem fremden Menschen anzuvertrauen. Ein Urteil, Unverständnis, schnelle, vermeintlich schlaue Tipps oder das Gefühl, nicht gut aufgehoben zu sein, braucht man dann wirklich am wenigsten.

Die Fünf Freiheiten – Virginia Satir

Virginia Satir

Die Psychotherapeutin und bedeutendste Familientherapeutin Virginia Satir hat die Basis einer wertschätzenden Beziehung zu anderen und zu sich selbst in fünf eigentlich recht einfache und doch so wirksame Sätze gefasst. Es lohnt sich, wenn wir uns diese Sätze ab und zu durchlesen und über sie nachdenken, dabei auf uns schauen und überlegen, inwieweit wir diese „Fünf Freiheiten“ von Virginia Satir bereits leben oder noch umsetzen könnten:

  • Die Freiheit zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich da ist, anstatt das, was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird.

Jedes Neue, auch das Glück, erschreckt. (Friedrich von Schiller)

Ein neuer Job, eine neue Liebe, ein großer Gewinn – manchmal ist es so, dass wir unser Glück gar nicht fassen können. Bleiben wir bei dem Thema „Liebe“ und stellen wir uns vor, dass wir einen guten Freund haben, der sich endlich in „die Richtige“ verliebt hat. Noch ist alles am Anfang, doch die neue Liebe unterscheidet sich schon jetzt positiv von den Frauen, mit denen er bisher zusammen war.