Beziehung und Respekt - Psychotherapie & Psychologische Beratung 1
Psychotherapie & Psychologische Beratung

Beziehung und Respekt

Respekt Beziehung

Mein Mann, Jan Göritz (Jan Göritz – Psychologische Praxis), und ich wurden von „Ratgeber Lifestyle“ gebeten, einen Artikel über Respekt in der Beziehung zu schreiben. Viel Spaß beim Lesen!

Respekt in der Beziehung

„Ich glaube, ein Mann will von einer Frau das gleiche wie eine Frau von einem Mann: Respekt.“
 -Clint Eastwood-

„Liebe“, „Nähe“, – so weit, so gut, das sind für sehr viele Menschen die Grundlagen einer Beziehung. Doch was ist mit „Respekt“? Fragen wir danach, ist die einhellige Antwort: der muss natürlich vorhanden sein. Was genau beinhaltet es eigentlich, seinen Partner oder seine Partnerin mit Respekt zu behandeln? Hier herrscht häufig Schulterzucken, viele Menschen haben keine konkrete Vorstellung davon, was es bedeutet, respektvoll zu sein. Wie schaffen wir es, diesen Begriff mit Leben zu füllen?

Hören wir wirklich zu? Und was ist mit den Antworten?

„Mh, ja. Echt?“ Irritiert gucken wir unseren Partner an – und schweigen. Nach ein paar Sekunden blickt er vom Handydisplay hoch, fragend – warum wir nicht weiterreden? Weil er nicht bei der Sache ist, zumindest nicht bei der einen – nämlich beim Zuhören.

Dem anderen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken, sagt: „Du bist meine volle Aufmerksamkeit wert, es ist von Belang, was Du sagst, es interessiert mich, was Du mir mitteilen möchtest“.

Nur mit halbem Ohr hinzuhören, zu lesen, zu schreiben oder im Netz zu surfen, während der andere redet – das verursacht das Gefühl, nicht wichtig zu sein, sondern eine dieser langweiligen Talkshows, bei der man nebenbei noch ein Buch lesen muss.

Und dann gibt es noch die Variante, dass wir definitiv zuhören – wir gucken, nicken, schweigen. Thema durch. Wir machen quasi den Deckel vom Eimer hoch, lassen den anderen abladen und klappen den Deckel wieder zu. Mit respektvoller Kommunikation, einem Austausch, einem teilhaben am Innenleben des Partners hat auch das wenig zu tun.

Also – Handys weg, Fernseher aus und nicht nur hinhören – sondern zuhören und darüber nachdenken, was der andere uns gerade erzählt – und damit einen echten Austausch pflegen.

Welche Spiele spielen wir noch?

Wer kennt sie nicht – diese Fragen vom Anfang, dieses „Wer meldet sich zuerst – und nach wieviel Tagen?“ Den anderen zappeln lassen, sich interessant machen, nur nicht zuviel von sich zeigen, dabei die Tür zum Herzen geschlossen und die Hintertür immer eine Handbreit offen halten. „Ich liebe Dich“? Puh. Das wäre schon ein großer Schritt, den soll der andere mal ruhig zuerst gehen, außerdem sind wir uns ja auch noch gar nicht sicher, ob der große Begriff „Liebe“ so passt. Wenn wir so in eine Beziehung gehen, kommen wir nicht weit, vor allem kommen wir dem anderen nicht wirklich nahe.

Nähe-Distanz-Spielchen zu spielen, um die eigenen Gefühle zu schützen, sind durchaus nachvollziehbar, besonders wenn wir schlechte Erfahrungen gemacht haben, doch welche ist die Richtung, in die wir grundsätzlich in unserem Leben gehen möchten? Wollen wir den Zynismus siegen und die Vorsicht walten lassen? Und was ist mit den Gefühlen unseres Partners? Wer uns seine Gefühle offenbart, hat unseren Respekt verdient – und wenn es nicht die Angst ist, sondern wir einfach (noch) nicht empfinden können, was der andere uns entgegenbringt, dann sollten wir soviel Respekt haben, es ihm ehrlich zu sagen – anstatt Spiele zu spielen. Doch mit der Ehrlichkeit ist es ja mitunter so eine Sache …

Hand aufs Herz – sind wir wirklich ehrlich?

Wissenschaftler schätzen, dass wir bis zu 200 Mal am Tag lügen. Per Definition ist eine Lüge eine Lüge, wenn wir jemandem bewusst etwas sagen, von dem wir wissen, dass es nicht der Wahrheit entspricht – und gesellschaftlich hat es die Lüge wirklich nicht leicht – gilt sie doch als moralisch verwerflich. Doch wie kommt es dann zu dieser Zahl, 200 Mal pro Tag? Sind wir alle charakterlich indiskutabel, haben wir kein Rückgrat – würde ein mobiler Lügendetektor den ganzen Tag Alarmstufe Rot anzeigen? (…) hier geht es weiter!

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